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Auschwitz - KZ

 

Steckbrief

Name: Auschwitz; Auschwitz Birkenau
Ort: Oświęcim in Polen
Einrichtung: Konzentrationslager der NS
Zeitraum: Auschwitz; Mai 1940 – Januar 1945
Auschwitz Birkenau ; 1941 -1947
Anzahl der Toten: 1,1 Millionen

 

Unsere Eindrücke vom Besuch am 27. September 2014

Als wir an den Konzentrationslagern angekommen sind, hatten wir ein mulmiges Gefühl vor solch geschichtsträchtigen Gebäuden zu stehen.

Zu Beginn des Rundganges in Auschwitz
begann das Wetter von Sonnenschein in einen bedeckten Himmel mit Regen umzuschlagen. Dieses Wetter spiegelte die bedrückte Stimmung der Schüler wieder.

Das „Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau“ bringt den Besuchern die traurige Geschichte dieses Ortes voller Respekt nahe und lässt diese fühlen, wie es hier damals gewesen sein muss. Es war kaum begreifbar, wie groß der Komplex ist und beklemmend, an einem Ort zu stehen, wo im letzten Jahrhundert so viele Menschen ihr Leben lassen mussten, weil sie die „falsche“ Religion hatten oder die „falsche“ Herkunft.

Es war aber für uns persönlich eine Erfahrung die wir nicht missen wollten. Man hört im Unterricht in der Schule immer viel, kann es sich aber schlecht vorstellen, wie es an solch einem Ort wirklich zuging. Ist man nun an einem solchen Ort und wird von einer kompetenten Museumspädagogen/in dort

herum geführt und bekommt die Geschichte erklärt, so hat das eine Wirkung auf Schüler, dass diese plötzlich stiller werden und sich selbst Gedanken machen. Schockierend waren für uns die Räume in Auschwitz mit den Bergen an menschlichen Haaren, Koffern und Schuhen, die als Masse wirkten und doch nur ein sehr kleiner Teil vom ganzen sind.

Nach diesen Eindrücken hatten wir den ganzen Tag eine bedrückte Stimmung.

So ist uns ein Teil des Textes von dem Denkmal für die Opfer im Kopf geblieben mit dem wir schließen möchten.

Dieser Ort sei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und eine Mahnung an die Menschheit. 

Auschwitz Stammlager 

Das Stammlager Auschwitz, auch Auschwitz 1 genannt, gehörte zusammen mit Auschwitz – Birkenau und Auschwitz – Monowitz zu einem der größten Konzentrationslager.
Auschwitz befand sich von Mai 1940 bis Januar 1945 im annektierten polnischen Gebiet. 

Geographische Lage

Auschwitz 1 wurde um eine alte polnische Kaserne und am Westrand der Stadt Oświęcim gebaut.

Über dem Haupttor befand sich der Schriftzug „ Arbeit macht frei“. Dieser wurde ein halbes Jahr nach der Gründung von Auschwitz von einem Häftling angefertigt. Nach der Vergrößerung des Lagers in 1942 befanden sich der Schriftzug und somit auch das ehemalige Haupttor innerhalb des Lagers.

Die Anbindung des Bahnhofs
von „Auschwitz“ an den internationalen Schienenverkehr nach Norden war und ist über eine Strecke in die Richtungen Warschau und Breslau (weiter nach Berlin), nach Süden in die Richtungen Prag, Budapest, Wien und Bratislava, gegeben. Zwei Strecken führten in östlicher Richtung nach Krakau. Nach Auschwitz wurden aus vielen Städten Häftlinge geschickt. 
 

Aufbau und Ausbau

Auschwitz wurde nicht als Durchgangslager, sondern als Konzentrations- und Arbeitslager benutzt. Der erste Zug mit Häftlingen erreichte das Lager am 20. Mai 1940. Die Personen in diesem Transport waren ausschließlich deutsche Strafgefangene, die die Aufsicht und Kontrollfunktion übernehmen 

sollten. Dieser Transport wurde von dem SS-Hauptscharführer Gerhard Palitzsch begleitet.
Alte polnische Armeekasernen, die teils von einer Mauer umgeben waren, boten sich für den Verwendungszweck als Konzentrations- und Arbeitslager an. 18 Backsteingebäude wurden zum Teil aufgestockt und ein Krankenbau sowie ein Lagergefängnis hergerichtet, das ab August 1941 als Block 11 bezeichnet wurde. Wachtürme und Drahtverhaue wurden hinzugebaut. Außerhalb lagen zwei Gebäude für Verwaltung und zur Unterbringung der Wachmannschaft sowie ein Krematorium, das in einem von Erdmassen abgeschirmten ehemaligen Munitionsbunker eingerichtet wurde.

Von 1942 bis 1944 wurde dieses Gebiet vervierfacht, indem Bauten für Verwaltung, Lagerhallen und Werkstätten und ebenfalls 20 Unterkünfte für Gefangene errichtet wurden.
Später wurde in dem Gebiet zwischen den Flüssen Sola und Weichsel weitere 39 Nebenlager erbaut, die als Arbeitslager, Außenlager, Zweiglager oder Außenkommando bezeichnet wurden. Die Bevölkerung wurde nach und nach aus diesem Interessengebiet vertrieben und somit waren die Nebenlager von der Umgebung abgeschottet und leicht zu kontollieren. Es war kaum möglich aus diesen Komplexen zu fliehen.

Die bekanntesten Nebenlager von Auschwitz I waren „Plawy“ (Landwirtschaft und Fischzucht), „Harmense“ (Landwirtschaft, Geflügel-, Kaninchen- und Fischzucht), „Rajsko“ (SS-Hygieneinstitut, Pflanzenzuchtversuchsstation). 

Verwaltung

Verwaltet wurde das Lager von der WVHA (Wirtschafts - und Verwaltungshauptamt) der SS. Bereits im März 1941 befahl Himmler die Vergrößerung des Lagers und somit wurde im Oktober mit dem Bau von Auschwitz II – Birkenau begonnen.

Häftlinge

Hauptsächlich befanden sich zunächst polnische Oppositionelle und Intellektuelle in dem Lager. Das Lager war für 10.000 Personen ausgerichtet und hatte seine Höchstzahl an Gefangenen 1944 mit ca. 18.500 Häftlingen. Später befanden sich in dem Zeitraum von Oktober 1941 bis Mai 1942 sowjetische Kriegsgefangene und im Jahr 1942 1.000 Frauen im Lager. 

Die neu angekommenen Häftlinge mussten im Block 26 ihre Wertgegenstände abgeben. Danach wurden die Häftlinge geduscht, geschoren, fotografiert
und erhielten eine

Identifikation. Ab 1942 bestand diese aus sechs Nummernserien, die in den meisten Fällen auf dem linken Unterarm tätowiert wurden. Somit verloren die Menschen in dem Lager ihren Namen und waren nur noch unter der Häftlingsnummer bekannt.
Dazu erhielten sie Holzpantinen und gestreifte Häftlingsanzüge, auf denen gekennzeichnet war, was für eine „Art“ von Häftling sie waren. Es gab z.B. „polnische Schutzhäftlinge, jüdische Schutzhäftlinge, Zigeuner, Homosexuelle und Kriminelle“. 

Tötung und Vernichtung 

Unter den Inhaftierten war die Sterblichkeit sehr groß. Ursachen waren Unterernährung, mangelhafte Hygiene, Krankheiten (z. B. Fleckfieber, Typhus oder Durchfallerkrankungen), Schwerstarbeit und Misshandlungen. In der ersten Zeit des KZ von Juli 1940 bis März 1941 verstarben im Stammlager mindestens 2.500 Häftlinge. Zwischen März 1941 bis Januar 1942 starben beim Ausbau des Stammlagers, beim Bau von Buna und bei der Errichtung des Lagers Auschwitz II - Birkenau rund 18.000 Häftlinge des Stammlagers. Nach 

Schätzungen sind im Stammlager auf diese Weise insgesamt 60.000 bis 70.000 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem wurden in dem Stammlager polnische Widerstandskämpfer 

durch ein Standgericht der Gestapo, welches zunächst von Rudolf Mildner und später von Johannes Thümmler geleitet wurde verhört, verurteilt und hingerichtet.
Allerdings wurden diese Häftlinge nicht registriert, wodurch keine Anzahl an ermordeten Menschen zu ermitteln ist. 

Zur Ermordung der Gefangenen wurden verschiedene Methoden angewendet. Zunächst wurden die Menschen in Kiesgruben erschossen. Später brachte man sie in eine Tötungsanstalt wo sie mit Kohlenstoffmonoxid vergast wurden. 

Es wurde ebenfalls mit verschiedenen Giften experimentiert, um die tödliche Wirkung heraus zu finden. Des Weiteren gab es Genickschüsse bis es endgültig zur Vergasung gekommen ist. 

Experimente

Der Arzt Carl Clauberg und der SS – Ehrenbrigadeführer begannen mit den Massenexperimenten 1942/1943 an Frauen zunächst in Birkenau und später im Stammlager.
Bei diesem Experiment wurde durch chemische Substanzen starke Entzündungen mit nachfolgender Verstopfung der Eileiter hervorgerufen. Die Frauen wurden im dem Glauben gelassen, dass es sich um gynäkologische Untersuchungen handelt. Diese Frauen starben zum Teil an dem Versuch selbst oder an den Nachfolgen. Viele von den Frauen wurden nach Birkenau geschickt, wo sie in harten Arbeitslagern schließlich ums Leben kamen. Nur etwa 300 der rund 800 Frauen haben überlebt.

Außerdem wurden von dem SS – Arzt Horst Schumann Frauen durch Röntgenstrahlen unfruchtbar gemacht und später wurde dieses Experiment auch an Männern durchgeführt. Dazu hat Schumann ca. 200 jüdische Männer sterilisiert und später kastriert. 

Befreiung 

Zwischen dem 17. Januar und dem 23. Januar 1945 wurden ungefähr 60.000 Häftlinge aus den Auschwitz-Lagern von der SS-Wachmannschaft „evakuiert“. Sie wurden auf Teilstrecken in offene Güterwaggons transportiert und über weite Strecken in Todesmärschen nach Westen getrieben. Entkräftete Häftlinge, die nicht in der Marschkolonne Schritt halten konnten, wurden direkt am Weg erschossen. Wahrscheinlich haben 9.000 bis 15.000 Menschen die „Lagerauflösung“ nicht überlebt. 

In den Hauptlagern und Nebenlagern blieben etwa 7.500 Häftlinge zurück, die zu schwach oder zu krank zum Laufen waren. In mehreren Außenstellen hatte die SS vor dem Abrücken etwa 300 entkräftete Häftlinge erschossen. Zuerst wurde das Lager Auschwitz III–Monowitz am Vormittag des 27. Januar 1945 von den Einheiten der 60. Armee der 1. Ukrainischen Front befreit. Bei der folgenden Befreiung des Stammlagers verloren 232 sowjetische Soldaten im Kampf mit sich zurückziehenden Deutschen ihr Leben. Im Stammlager, das gegen 15 Uhr des 27. Januar erreicht wurde, fanden die Befreier rund 1.200 kranke Häftlinge vor; in Auschwitz-Birkenau waren 5.800 Gefangene zurückgeblieben. Trotz aller ärztlichen Bemühungen verstarben noch viele dieser befreiten Häftlinge in den folgenden Tagen. 

Das Lager wurde von folgenden Personen kontrolliert: April 1940 bis November 1943 Rudolf Höß
November 1943 bis Mai 1944 Arthur Liebehenschel Ab Mai 1944 Richard Baer 

Heute ist das Stammlager in seiner alten Form vor dem Umbau 1942 als Museum zu besichtigen.
Der Besucher kann in diesem Museum verschiedene Blöcke besichtigen, in denen alte Kleidung, Geschirr, Koffer und vieles mehr der damaligen Häftlinge ausgestellt sind. Dazu gibt es viele Bilder, auf denen man abgemagerte Frauen, Männer und Kinder sieht. Es ist seit 1979 in der Liste des Weltkultur – und Naturerbes der Menschheit. 

Lageplan Auschwitz – Birkenau

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurde 1941 als Arbeits- und Vernichtungslager errichtet. Es wird auch als „KL Auschwitz II“ bezeichnet und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Auschwitz - Birkenau ist das Größte aller Konzentrationslager der Nationalsozialisten und liegt in Polen, nahe der Stadt Oświęcim. Außerdem ist es nur 3 Kilometer vom Stammlager „Auschwitz I“ entfernt. Zum Schutz und um es zu verstecken, wurde es in einem Wald errichtet, sodass die Öffentlichkeit wenig bis nichts von der Vernichtung der Juden mitbekam.

Die Gebäude des Komplexes teilen sich auf in acht bauliche Bereiche:

  1. In die Gefangenenlager Bauabschnitt I (BI), Bauabschnitt II (BII), Bauabschnitt III (BIII), mit mehreren Feldern a, b, c ... in denen bis zu 40 Baracken angesiedelt waren. Am Eingang befand sich ein SS-Wachhäuschen mit der Blockführung und die Küchenbaracke.
  2. ein SS-Kasernen-Gelände, welches im Osten an das KZ anschloss und später durch ein Lazarett für die Waffen-SS ergänzt wurde.
  3. eine Zug-Rampe zwischen den Gefangenenlagern BI und BII, welche für die Deportationszüge errichtet wurde und von Osten her durch das Torhaus in das Vernichtungslager hineinführt.
  4. zwei Krematorien am westlichen Ende.
  5. ein Lagerbereich zur Weiterverarbeitung von Häftlingsgut, westlich neben dem Gefangenenlager BII. In einem eigenen Abschnitt wurden später die Krematorien VI und V ergänzt. 
  6. die ersten Gaskammern Rotes- und Weißes Haus im Westen.
  7. ein Infrastrukturgebäude wie z.B. Kartoffelbunker, Kläranlagen, Wasserwerk, welche außerhalb des Gefangenenlagerbereichs lagen. Entwässerungsgräben liefen von den Latrinen zur eigenen Kläranlage.
  8. eine Umzäunung mit hölzernen Wachtürmen, welche mit Sichtweitenabstand voneinander entfernt waren.

 

Interessengebiet / Nebenlager

Das Konzentrations- und Vernichtungslager umgab ein 40 Quadratkilometer großes Interessengebiet („Interessengebiet KL Auschwitz“). Es war umgeben von den Flüssen Sola und Weichsel. In dem Interessengebiet lagen 48 Nebenlager, die zeitweise genutzt wurden, vier der Bekanntesten sind:

Plawy (Landwirtschaft, Fischzucht)
Harmense (Landwirtschaft, Geflügel-, Kaninchen- und Fischzucht) Rajsko (SS-Hygieneinstitut, Pflanzenzuchtversuchsstation)
Budy (Landwirtschaft, Fischzucht)

Das Interessengebiet, aus dem die polnischen Bürger vertrieben wurden, ließ das Ganze absolut kontrollierbar werden, und viele Flüchtlinge scheiterten an der tiefen Staffelung. Insgesamt schafften es nicht einmal die Hälfte der 700 Flüchtlinge erfolgreich aus dem Konzentrationslager zu fliehen.

Abbruch des Komplexes

Einige Krematorien und Gaskammern wurden bereits 1944 durch die SS zurückgebaut. Das letzte Krematorium wurde kurz vor der Befreiung des Lagers von der SS selbst gesprengt. Nach der Befreiung zerfielen die Gebäude langsam bis 1947, wo sich das polnische Parlament entschloss das ehemalige

KZ zum Museum umzuwandeln.

 

Auschwitz - Birkenau heute

Heute ist das ehemalige KZ ein Museum, es heißt „Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau“. In ihm sind einige der alten Gebäude rekonstruiert worden, andere erhaltene Gebäude wurden restauriert und sind heute für die Besucher zugänglich. Zudem befindet sich in dem ehemaligen KZ eine Gedenkstädte für die Opfer. Das von der SS kurz vor der Befreiung gesprengte Krematorium ist heute noch unverändert für die Besucher mit ausreichend Sicherheitsabstand zu betrachten. Es werden Führungen angeboten um deutlicher zu machen, welch eine Größe dieser Komplex gehabt hat, und wie viele Menschen hier ihr Leben gelassen hat. 

 

Quellenangaben

Textquelle, Auschwitz:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz#Auschwitz_I_.28Stammlager.29

Textquellen, Auschwitz - Birkenau:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz-Birkenau 
  • http://www.axelspringer.de/dl/97660/BILD_DW_Heft_Auschwitz_Broschuere.pdf 

 Bildquellen

 

PDF icon auschwitzkz.pdf (542.94 KB)