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Krakau - Kazimierz

 

Kazimierz 
Das jüdische Stadtviertel

Wir befassten uns mit dem jüdischen Stadtviertel in Krakau namens Kazimierz.

Bevor wir das Viertel mit der Stadtführerin erkundet haben, hatten wir einige Erwartungen.

Diese waren unter anderem, dass wir zum ersten viele Denkmäler sehen würden, die an das Vergangene erinnern sollten. Zum Zweiten gingen wir davon aus, dass das Viertel  nicht sehr modern wirken würde und es dort noch einige Ruinen geben könnte. Als Drittes einigten wir uns auf den Punkt, dass dort eine irgendwie ausdrücklich jüdische Atmosphäre herrschen könnte – was auch immer das genau bedeuten könnte.

Zu Beginn der Führung lernten wir unsere Stadtführerin kennen. Zuerst erzählte sie uns, dass das Judenviertel von dem König Kasimir dem Großen im Jahre 1335 gegründet wurde, da er eine eigene polnische Stadt gründen wollte. Dies wussten wir aus unseren Vorabinformationen schon. Als nächstes erzählte sie uns, dass Kazimierz bis zum späten 19.Jahrhundert eine eigene Stadt war, die dann von der Stadt Krakau eingemeindet wurde und somit ihren Wert verlor.

Des Weiteren informierte sie uns, dass das Viertel nach der Massenvertreibung aus Krakau zwangsweise von den Juden besiedelt worden ist. 

Was wir jedoch nicht wussten war, dass in dem jüdischen Viertel zwei unterschiedliche Abwandlungen des Judentums lebten. Diese Ethnien waren zunächst die Juden aus Nordafrika und zum zweiten die Juden aus Europa, die sich in ihrer Kultur unterscheiden. Jedoch besitzen sie denselben Glauben und aus diesem Grund wurden in Kazimierz drei Synagogen erbaut, damit sie ihrem Glauben nachgehen konnten.

Am Ende der Führung führte uns die Stadtführerin zu einer sehr berühmten Gasse, da dort Szenen des Films „ Schindlers Liste“ gedreht wurde. Dazu sagte sie, dass diese Gasse nach dem zweiten Weltkrieg erst so erbaut wurde, obwohl sie früher ganz anders aussah.

Nach wenigen Minuten der Führung konnten wir bereits bemerken, dass sich nicht alle unsere Erwartungen erfüllten. Besonders unsere Erwartung, dass das Viertel als nicht modern erscheinen könnte, wurde komplett auf den Kopf gestellt. Denn das Viertel wirkte relativ modern eingerichtet, da es dort Restaurants, Geschäfte und gepflegte Grünanlagen gibt. Zu unserem Erstaunen konnten wir feststellen, dass es dort keine Ruinen gab oder man sie nicht sehen konnte. Außerdem war in diesem Viertel vieles harmonisch und dadurch entstand eine friedliche und ruhige Atmosphäre.

Ein jüdisches Restaurant

Des Weiteren berichtete uns unsere Stadtführerin, dass auch  heute noch viele Juden in diesem Viertel wohnen. Diese Juden sollen ca. 600 Regeln zum Leben befolgen und das Alte Testament sehr ernst nehmen. 

Insgesamt hat uns diese Führung sehr gut gefallen, da wir viel Neues erfahren haben. Zudem konnte man sehen und fühlen, wo die Juden früher gelebt haben und sich somit in die Vergangenheit hineinversetzen. Denn diese war nicht immer freundlich, friedvoll und sicher. Aus diesem Grund konnte man an manchen Ecken selber ein bisschen Trauer und auch noch Angst spüren. 

Jüdischer Gedenkstein

Jedoch war es schön, diesen Ort zu besuchen und selber Eindrücke zu bekommen und sie zu verarbeiten.